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Warum hätte man TeLMI weiterbetreiben sollen?

Es war das technisch modernere Netz. Nur TeLMI ermöglichte den Empfang von 235 Zeichen. Bei e*Message werden nur max. 80 Zeichen übertragen, was in vielen Fällen zu wenig ist. Sendete man eine Email an einen TeLMI-Empfänger, konnte man sogar mehr als 400 Zeichen, aufgeteilt auf zwei Funkrufe, empfangen. Damit sind sogar längere Nachrichten als per SMS möglich! 
Die DFR-Technik garantierte die Aussendung innerhalb einer Minute, bei der Konkurrenz kann es technisch bedingt zwei bis drei Minuten dauern, oder sogar länger. TeLMI hatte ein hervorragend funktionierendes Email-Gateway, das konfigurierbar ist. 

e*Message hat sich mit seiner Produktpalette auf Business-Kunden konzentriert, z.B. größere Firmen, die ihre Mitarbeiter benachrichtigen wollen.  TeLMI ist auch interessant gewesen für Privatkunden und kleinere Betriebe, aber nicht nur. Man konnte gegen eine monatliche Gebühr bis zu 50 Email-Funkrufe
pro Tag erhalten. Nur TeLMI bot an, sowohl Betreffzeile als auch den eigentlichen Text einer Email zu übermitteln.
Ein Beispiel: Wenn ich eine Email über meinen GMX-Account erhielt und sie wurde auf meinen TeLMI weitergeleitet, brauchte ich mich oft gar nicht mehr ins Internet einwählen, weil ich schon wusste, worum es geht. Und gerade diese Funktion hatte die hartnäckigsten Fans bei TeLMI!

Der Sicherheitsaspekt:

Es sollen laut Nachrichtenberichten für den Zivilschutz neue Benachrichtigungsarten entwickelt werden (Stand: Ende 2001). Gedacht wird an Funkuhrenempfänger und SMS. Dabei bietet gerade der Funkruf hier eine bereits etablierte Technik! Wie zuverlässig Handys und SMS in Katastrophenfällen sind, haben die Anschläge in New York gezeigt. Dort sind die Mobilfunknetze und normalen Telefonnetze innerhalb kürzester Zeit zusammengebrochen, die einzig funktionierende Kommunikationsmöglichkeit war in vielen Fällen Email. Und dann will man die Rettungsdienste per SMS benachrichtigen? 
Nachtrag: Die DFR hatte bereits etliche Kunden im Sicherheitsbereich, die auf TeLMI setzten, vor allem wegen der garantierten kurzen Zeit für die Zustellung, da das Zeitlimit von 1 Minute teilweise vorgeschrieben ist. Für diese Kunden bedeutet die Abschaltung der DFR den Verlust ihres Informationssystems.
Ein anderes Beispiel für die Leistungsfähigkeit des DFR-Funkrufnetzes: Darüber wurde ein sog. ‚Börsenpager‘ betrieben, der bei hohen Datenvolumia Börsenkurse in Echtzeit übermittelte. Natürlich für einen entsprechenden Preis.